Kontext der Weihnachtsgeschichten in den Evangelien

 

Jesus wurde in einer Zeit heftiger politischer und religiöser Konflikte in der jüdischen Gesellschaft geboren, die in diesem Rahmen nur in knapper Form dargestellt werden können. Es wird aber deutlich, warum so viele Jüdinnen und Juden zu seinen Lebzeiten eine grundlegende Erneuerung des religiösen Lebens erhofften und bereit waren, sich mit all ihren Kräften dafür einzusetzen. Neben den miteinander verfeindeten Sadduzäern und Pharisäern entstanden um die Zeitenwende herum zahlreiche neue religiöse Gruppen, die sich meist um einen charismatischen Führer sammelten.

 

Diese Konflikte sind nicht zu verstehen ohne einen Blick auf die „globale“ Macht Rom, die damals auch Palästina beherrschte und ausbeutete. Spannend ist die Erkenntnis, dass die Evangelien des Neuen Testaments wahrscheinlich auch (!) einen Gegenentwurf zu dem darstellten, was die römischen Kaiser als „gute Nachrichten“ verbreiten ließen. Ihr „Friede“ beruhte allerdings auf der Unterdrückung aller unterworfenen Völker und deren rücksichtslose Ausbeutung. Diesem umfassenden Machtanspruch der römischen Kaiser stellten die Evangelisten die Glaubensüberzeugung entgegen, dass Gott der wahre Herrscher der Welt ist.

 

Im abschließenden Beitrag wird dargestellt, welche Formen des religiös begründeten Widerstandes es zu Lebzeiten Jesu unter den Jüdinnen und Juden in Palästina gab und worin sich die Bewegung des Predigers aus Nazareth von ihnen unterschied.

 

Die hier zusammengestellten Informationen können helfen, den politischen und religiösen Kontext besser zu verstehen, in dem Jesus geboren wurde und später als Wanderprediger wirkte. Es soll zugleich eine Einladung sein, sich ausführlicher mit den hier angeschnittenen Themen zu beschäftigen.

 

© Frank Kürschner-Pelkmann