Pieter Bruegel

 

„Ein kurzes Leben in einer gefährlichen Zeit“ lautet eine Kapitelüberschrift in einem Bildband über Pieter Bruegel den Älteren,[1] und dies ist eine gute Beschrei­bung der äußeren Umstände des Lebens des berühmten Malers. Er wurde zwi­schen 1525 und 1530 geboren. Über seine Kindheit und Jugend wissen wir wenig, nicht einmal der Geburtsort ließ sich zweifelsfrei feststellen. Nachgewiesen ist hingegen, dass sich Pieter Bruegel als junger Maler in Antwerpen niederließ. Die Ha­fen­stadt war damals ein Zentrum der boomenden globalen Wirtschaft. Der Reich­tum von Ant­werpen zog viele Maler an, die unter den Kaufleuten zah­lungs­kräftige Auftraggeber suchten. Unter den 89.000 Einwohnern soll es im Jahre 1560 360 Maler gegeben haben.[2] Einer der Künstler von Antwerpen war der junge Pie­ter Bruegel, der hier 1545 eine Lehre bei einer bedeutenden Kupferstecherwerkstatt begann.

 

Die finanziellen Bedingungen für die Künstler waren trotz des Reichtums vieler Kaufleute keineswegs ideal, denn jeder Einbruch in der Weltwirtschaft führte in der Handelsmetropole Antwerpen zu einer umso stärkeren Zurückhaltung bei der Vergabe von Aufträgen an Künstler. Vermutlich war es eine dieser Krisen, die Pie­ter Bruegel 1552 veranlasste, Antwerpen zu verlassen und sich auf den Weg nach Ita­lien zu machen. Es wurde eine produktive Zeit für Pieter Bruegel, und während des zweijährigen Aufenthalts in Italien entstanden zahlreiche Skizzen, Zeich­nungen und Gemälde. 1554 kehrte der Maler nach Antwerpen zurück.

 

Angesichts der Men­schen aus vielen Kulturen und Sprachräumen, die in dieser Handelsmetro­pole zusammenkamen, fühlten sich manche Bewohner an das biblische Babylon er­innert, Pieter Bruegel offenbar auch. Gleich drei Mal schuf er Gemälde über den Turm von Babel, der als Folge der Sprachverwirrung nie fertiggestellt wurde.

 

Im neuen Babylon Ant­werpen und später auch in Brüssel stieg Pieter Bruegel zu einem hoch angese­henen Maler auf, und viele seiner Gemälde zählen auch aus heu­tiger Sicht zu den wichtigsten Kunstwerken des 16. Jahrhunderts, darunter die Darstellung der niederländischen Sprichwörter und Szenen aus dem ländlichen Leben seiner Zeit. Pieter Bruegel machte sich vor allem dadurch einen Namen, dass er Alltagsszenen sehr realistisch darstellte, wobei er die „kleinen Leute“ in das Zentrum rückte. Der Künstler starb am 5. September 1569. Er gab vor seinem Tod seiner Frau die Anweisung, bestimmte politisch nicht genehme Zeichnungen zu verbrennen, vermutlich, weil er Ungemach für seine Frau verhindern wollte, wenn die spanischen Besatzer der Niederlande diese Bilder zu Gesicht bekommen soll­ten.[3]

 

Viele von Pieter Bruegels Gemälden stellen biblische Themen dar (z. B. das Bild „Sturz der rebellierenden Engel), obwohl die Be­din­gungen für den Verkauf christlicher Kunst in den Niederlanden zu seinen Lebzeiten denkbar ungünstig waren. Radikale reformierte Christen zerstörten zahlrei­che Gemälde in den Kirchen, weil sie das Bilderverbot der Bibel sehr streng ausleg­ten. Die Verfechter der katholischen Ge­gen­reformation propagierten hingegen eine Heiligenmalerei, deren Vorstellungen Pieter Bruegels realistischer Malstil in keiner Weise entsprach. Daher hat er auch trotz seiner Berühmtheit nur einen einzigen kirchlichen Auftrag für ein Gemälde in einer Kirche erhalten, und dieses Altarbild entstand schon in jungen Jahren.

 

Für eine weite Verbreitung der Werke von Pieter Bruegel dem Älteren sorgte nach dessen Tod der Sohn Pieter Bruegel der Jüngere. Er soll weniger künstleri­sches Talent als der Vater besessen haben, und seine Werke fanden deutlich weni­ger Anerkennung und Käufer. Dafür aber baute Pieter Bruegel der Jüngere einen wirtschaftlich sehr er­folg­reichen Betrieb auf, der auf das Kopieren der Werke des Vaters spezialisiert war. Der Sohn und die von ihm beschäftigten Maler stellten fast fabrikmäßig zahlreiche Kopien einzelner Gemälde her, die überall in Europa verkauft wurden. Ins­gesamt sind heute mehr als 1.000 Ko­pien aus der Werkstatt des Bruegel-Sohnes bekannt. Die Gesamtpro­duktion lag aber deutlich höher. Von Pieter Bruegel dem Älteren sind hingegen nur etwa 40 Gemälde bekannt.

 

Pieter Bruegel der Jüngere signierte als Maler diese Kopien, aber das war gewissermaßen der „Markenartikel“ für Werke, an denen verschiedene Angestellte be­teiligt waren. Bei zehn mit modernen Techniken untersuchten Kopien des Gemäldes „Volkszäh­lung in Bethlehem“ stellte sich heraus, dass neben dem Künstlersohn auch vier andere Maler beteiligt waren.[4] Der Betrieb, muss betont werden, war keine Fäl­scherwerkstatt, denn die Bilder wurden nicht als Originale von Pieter Bruegel dem Älteren verkauft, aber auch als Kopien erzielten sie ansehnliche Preise.

 

Als Pro­blem er­wies sich, dass die meisten Ori­gi­nale der Werke von Pieter Brue­gel dem Älteren längst verkauft waren und für das Kopieren nicht mehr zur Verfügung stan­den. In diesen Fällen behalf sich der Sohn mit Vorentwürfen und recht exakten Vorzeichnungen des Vaters. Heutige Ver­gleiche beweisen allerdings, dass die Vorlagen beim Kopieren häufig nicht genau umgesetzt wur­den. Deshalb fehlt bei Kopien des Gemäldes „Volkszählung in Bethlehem“ ein Schlitt­schuhläufer. Aber zur damaligen Zeit konnte ein Käufer nur in den allerseltensten Fällen eine präzise Analyse der Detailgenauigkeit der Kopie vornehmen. Immerhin verdanken wir bei dem Gemälde „Kindermord in Bethlehem“ der Kopierwerkstatt des Sohnes das Wissen darüber, wie das Ori­ginal einmal ausgesehen hat. Dazu gleich mehr.

 

Anbetung der Könige

 

Im Laufe seines nicht sehr langen Künstlerlebens hat Pieter Bruegel der Ältere sich drei Mal dem Thema der Anbetung Jesu durch die Weisen oder Könige gewidmet. Jedes Mal hat er das Geschehen in seine niederländische Heimat verlegt. Beim Gemälde „Anbe­tung der Könige“, das zwischen 1556 und 1562 entstand, sind die Menschen noch teils orientalisch, teils niederländisch gekleidet. Später findet das biblische Gesche­hen auf den Gemälden konsequent in den Niederlanden statt.

 

Beim 1566 entstandenen Gemälde „Anbetung der Könige im Schnee bildet ein niederländisches Dorf die Kulisse für die Anbetung. Das Bild ist in doppelter Hinsicht bemerkenswert. Es ist vermutlich das erste bedeutendere Gemälde in der eu­ro­päischen Kunstgeschichte, das Schneefall darstellt.[5] Auffällig ist aber vor allem, dass Jesus, seine Eltern und die Könige nicht im Zentrum des Bildes stehen, son­dern an den Rand gerückt sind. Rose-Marie und Rainer Hagen, die sich durch zahlreiche Fernsehsendungen und Bücher zu Kunstwerken einen Namen gemacht haben, bezeichnen diese Dar­stellung des Themas als „die kühnste. Die religiöse Szene verschwindet fast, ist wie etwas Alltägliches eingebunden in das Leben eines winterlichen Dorfes.“[6] Im Hintergrund sind einige Soldaten zu sehen, die offenbar mit feindlichen Absichten ins Dorf gekommen sind. Schon bei der Geburt Jesu, vermittelt uns Pieter Brue­gel, ist die Gewalt der Herrschenden allgegenwärtig. Und doch wächst vom Rande her Hoff­nung, ist der geboren, der den wahren Frieden bringt. Jörg Zink hat über das Gemälde und die Darstellung von Jesus und Maria geschrieben: „Wehrlos, einfach und wahr sitzt Maria … Schlicht, gütig und das Kind darbietend empfängt sie die Menschen, die sich ihr nähern. Wenn irgendwoher – so verstehen wir Bruegel – für diese gottverlassene Welt noch Hoffnung kommen soll, dann aus der gefährdeten Güte des Kindes von Bethlehem. Von der Erde her, von den Menschen oder gar den Mächtigen kommt sie nicht.“[7]

 

Pfarrer Jörg Heimbach hat sich 2007 in einer Predigt am Heiligabend in der Kirche von Brauweiler mit dem Gemälde beschäftigt, in dem das Heilige „im Gewimmel der ländlichen Szene“ verschwindet. Das kann uns, erläuterte Jörg Heimbach, dazu veranlassen, auf eine möglichst glanzvolle und möglichst perfekte Gestaltung des Weihnachtsfestes zu verzichten: „… Gott will kein Hochglanzgott sein, dem wir nur unser Festtagsgesicht zeigen dürfen, sondern – so würde ich es mit Brue­gels Bild und der Weihnachtsgeschichte sagen: Er verkleidet sich gerade in unser armes Fleisch und Blut … er macht die exakte Gegenbewegung zu unserer Anstren­gung, über­menschlich sein zu müssen, die Perfektion zu inszenieren.“[8] Die Mensch­lich­keit zeigt sich darin, wie wir mit unseren Krisen und Schwächen umge­hen. Und der Pfarrer fragt sich beim Blick auf das Gemälde: „Ob die Heiligen Köni­ge, die hier in den gleichen Brauntönen wie ihre Umgebung gemalt sind, vielleicht auch etwas gespürt haben von der Befreiung, die das bedeuten kann, einmal seine Großartigkeit, seine Perfektionswünsche, seine idealen Vorstellungen, das eigene Heiligenbild von sich, ablegen zu dürfen vor dem kleinen Säugling Jesus … ?“[9]

 

Auch ein anderer Gedanke in dieser Predigt über das Bruegel-Gemälde verdient unsere Aufmerksamkeit: „Die Krippe auf dem Bild ist ja sozusagen im Schatten, an den Rand gedrängt. Ja sie fällt fast aus dem Bild heraus. Der angedeutete Stall ist nur zur Hälfte gemalt, hat zwei große Löcher, einer der drei Könige ist nur zu Hälfte von Bruegel ins Bild gemalt, ist abgeschnitten.“ Jörg Heimbach interpretiert das so: „Gott will ein Gott des Randes sein, der Randständigen, er macht den Rand zur Mitte.“[10]

 

Volkszählung in den Niederlanden

 

Das winterliche Dorfleben in Flandern, auf das wir von einer erhöhten Position herabblicken, eine zauberhafte Szene mit zugefrorenem Dorfteich, bil­det den Rahmen für Bruegels Gemälde „Die Volkszählung in Beth­lehem“. Die verschneiten Häuser und zugefrorenen Dorfteiche, über die Dorfbewohner Lasten tragen, und viele andere Detaildarstellungen in der dörflichen Morgenstimmung erwecken fast den Eindruck eines idyllischen ländlichen Lebens. Eine Schweineschlachtung deu­tet – wie auf anderen Bildern aus der damaligen Zeit – darauf hin, dass die Szene in einem Dezember spielt. Maria und Josef sind mittendrin, nur dadurch als die Fami­lie Jesu zu erkennen, dass Maria auf einem Esel reitet und Josef eine Zim­mer­manns­säge auf der Schulter trägt.

 

Ansonsten fügen sie sich völ­lig in das dörfliche Leben ein. Vielleicht wollte der Maler mit dieser unauffäl­ligen Darstellung ei­nen Kontrapunkt setzen zu der Marienverehrung im katholisch ge­prägten Reich der Habs­burger. Aber auch Pieter Bruegel verehrte Maria und Jo­sef und hat sie deshalb liebevoll dargestellt. Im Hintergrund sieht man eine zer­störte Burg, die der Theologe Jörg Zink so gedeutet hat: „Offenbar will der Maler sagen, dass der Friede im Dorf täuscht, dass die Sicherheit der Menschen brüchig ist, dass eine frem­de Macht im Land das Sagen habe und die Menschen schutzlos dem Willen der Fremden ausgeliefert seien.“[11]

 

Die Volkszählung findet auf diesem Gemälde in einer Gastwirtschaft statt. Dass der Zensus in Verbindung mit einer Steuererhebung stand, macht Pieter Bruegel da­durch deutlich, dass bei dieser Gelegenheit auch gleich die Steuern bezahlt werden müs­sen. Lan­des­superintendent Thomas Hennefeld, der die Evangelische Kirche H.B. in Österreich leitet, hat Ende 2009 in einem Beitrag für das „Reformierte Kirchenblatt“ diese Steuerschätzung und Zahlung auf dem Gemälde von Pieter Brue­gel in Beziehung ge­setzt zu unserer heutigen Situation: „Weihnachten ernst zu nehmen, heißt nicht nur gegen Besatzung und Tyrannei die Stimme zu erheben, sondern auch bei uns im Land zum Beispiel für Steuergerechtigkeit zu sorgen, sich für ein Grundeinkommen einzusetzen, es heißt auch für strenge Regulierungen an den Finanzmärkten einzutreten und staatliche Maßnahmen zu fordern, damit die Schere zwischen Armen und Reichen kleiner wird, anstatt dass sie weiter ausein­ander­geht.“[12]

 

Auffällig ist, dass auf Pieter Bruegels Gemälde gleich neben dem Fenster, wo die Steuerzahlung erfolgt, der Doppeladler der Habsburger zu sehen ist. Das ist kein Zufall, denn die relativ wohlhabenden Niederländer wurden von den Habsburgern derart stark geschröpft, dass sie die Hälfte des Steueraufkommens ihres großen Reiches aufbringen mussten. Sie wurden als „fette Milchkuh“ betrachtet. Dies war neben den religiösen Konflikten der Hauptgrund dafür, dass die Niederländer sich zum Aufstand gegen die verhasste Herrschaft der Habsburger entschlossen. Der Dop­­peladler am Wirtshaus war also eine politische Aussage des Künstlers. Philipp von Habsburg wurde mit Kaiser Augustus gleichgesetzt, der nach dem Bericht im Lukasevangelium die Volkszählung angeordnet hatte, derentwegen Maria und Josef sich auf die Reise nach Bethlehem machen mussten.

 

Der Kindermord zu Bethlehem und die brutale Herrschaft der Habsburger

 

Die Gleichsetzung von Gräueln in neutestamentlicher Zeit mit den Verbrechern zu Lebzeiten Pieter Bruegels in den Niederlanden ist noch deutlicher auf dem Gemälde „Der Bethlehemitische Kindermord“ zu erkennen, das etwa 1565 entstand. Aus den Soldaten von König Herodes sind hier spanische Soldaten geworden, befehligt von einem Reiter mit weißem Bart und schwarzen Mantel. Bruegels Zeitgenossen konnten in diesem Heerführer unschwer den verhassten Herzog Alba erkennen. Die Soldaten wüten im Dorf, brechen Häuser auf und kennen keine Gnade. Dass das Haus, in das gerade die Soldaten gewaltsam ein­dringen, mit einem Stern geschmückt ist, verweist darauf, dass die Geburtsgeschichte Jesu untrennbar mit diesem Gewaltexzess der politisch Mächtigen zusam­menhängt – genauer gesagt, dass der in der Ge­burtsgeschichte verkündete Frieden den Gegensatz bildet zu der Gewalt der weltlichen Herrscher. Jörg Zink schreibt über dieses Gemälde: „Auch dieses Beth­lehem liegt nicht nur im Heiligen Land, sondern auch in Flandern und anderswo auf diesem Erdball.“[13]

 

Die Gewalt der Soldaten wurde auf dem Gemälde ursprünglich sehr viel drastischer dargestellt, so beugte sich zum Beispiel eine Frau über ein erstochenes Kind. Aber das war vor der Odyssee des Gemäldes. Es wechselte mehrfach den Besitzer und wurde kreuz und quer durch Europa gebracht. 1620 befand es sich ausge­rech­net im Besitz des Habsburger Kaisers Rudolf II. Dem katholischen Herrscher pass­te die politische Ausrichtung des Gemäldes nicht, vielleicht auch nicht die drastische Darstellung des Kindermordes. Deshalb ließ er es übermalen und entschär­fen. Aus dem Kindermord wurde die Plünderung eines Dorfes. Stoffe, Käse und Schinken sowie Gänse und Schwäne ersetzten die ermordeten oder bedrohten Kin­der. Ein Jahr später tauchte dieses verfälschte Gemälde in Prag auf. Am Ende des Dreißigjährigen Krieges nahmen es schwedische Truppen als Kriegsbeute mit in die Heimat, wo es sich 1652 in der Sammlung von Königin Christina befand. Während einer Reise nach Rom trat die Königin 1654 in Brüssel zum Katholizismus über und dankte im folgenden Jahr ab. Auf ihre Reise hatte sie verschiedene Gemälde mitgenommen, darunter auch Bruegels „Der Kindermord zu Bethlehem“.

 

Bei einer Zwi­schenstation in Breda in den Niederlanden ließ sie dieses Gemälde zurück, und es wurde einige Jahre später vom englischen König Karl II. gekauft, der während der Herrschaft Cromwells ins Ausland geflüchtet war. Die Royals nahmen das Gemälde mit zurück in ihre Heimat, wo es eine „Reise“ durch verschiedene herr­schaftliche Schlös­­ser der Windsors machte, bis es in Hamp­ton Court Palace endlich ein dauerhaftes Zuhause fand. Von dem ursprünglichen Gemälde mit drastischen Szenen gibt es eine Kopie, die Pieter Bruegel der Jüngere angefertigt hat. Die Kopie lässt ahnen, wie das Gemälde einmal ausgesehen hat, auch wenn es einige Detailfehler aufweist. Es befindet sich heute im Liechtenstein Museum in Wien.

 

Ein Jahr, nachdem Pieter Bruegel das Gemälde von der Volkszählung abge­schlossen hatte, fiel Herzog Alba mit 60.000 Soldaten in den Niederlanden ein und richtete ein Blutbad an. Der Maler hat zwei Jahre der Schreckensherrschaft von Herzog Alba miterlebt, bevor er 1569 starb. Er hat auf sehr beeindruckende Weise in mehreren Gemälden gezeigt, dass die biblischen Geschichten von der Geburt Jesu nicht nur in einer längst vergangenen Zeit handeln, sondern dass die brutale Gewalt der römischen Besatzer und des von ihnen eingesetzten Königs Herodes sich wiederholt haben in der Brutalität zeitgenössischer Herrscher. Heu­tige Künstlerinnen und Künstler, besonders im Süden der Welt, haben ähnlich wie Pieter Bruegel die Weihnachtsgeschichte in ihre eigene Alltagssituation von Gewalt und Aus­beutung versetzt. Sie zeigen so, dass Jesu Botschaft des Friedens und der Gerechtigkeit auch nach zwei Jahrtausenden aktuell geblieben ist.

 

© Frank Kürschner-Pelkmann

 

 

 



[1] Rose-Marie und Rainer Hagen: Bauern, Narren und Dämonen, Köln 1994, S. 7

[2] Vgl. ebenda, S. 15

[3] Vgl. ebenda, S. 11

[4] Vgl. Stefanie Stadel: Ein Fabrikant aus gutem Hause: „Bruegel“, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2001

[5] Rose-Marie und Rainer Hagen: Bauern, Narren und Dämonen, a.a.O., S. 29

[6] Ebenda, S. 25

[7] Jörg Zink: Geburt im Schnee, Eine Betrachtung zu Weihnachtsbildern von Pieter Bruegel, Eschbach 1984, S. 18

[8] Jörg Heimbach: Predigt am 24.12.2007 in Brauweiler, im Internet: www.ekir.de/
brauweiler/dcl/index.php?Predigten.pdf

[9] Ebenda

[10] Ebenda

[11] Ebenda, S. 5

[12] Thomas Hennefeld: Weihnachten – ein politisches Signal, Reformiertes Kirchenblatt, Wien, Dezember 2009, S. 2

[13] Jörg Zink: Geburt im Schnee, a.a.O., S. 12